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Ratgeber

Offenes Terrarium pflegen: die Routine, Pflanze für Pflanze

Sukkulenten oder tropische Pflanzen: Ein offenes Terrarium trocknet schneller aus als ein geschlossenes Glas. Wann gießen, wie das Glas reinigen, schneiden, überwintern und erkennen, was nicht stimmt.

La rédactionVeröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit
Coupe en verre basse avec echeveria, haworthia et petit cactus sur sable clair et galets

Ein offenes Terrarium pflegt man mit drei Handgriffen: gießen je nach den Pflanzen darin, das Glas sauber halten, damit Licht hineinkommt, und entfernen, was abstirbt oder überwuchert. Da nichts die Feuchtigkeit hält, trocknet es viel schneller aus als ein geschlossenes Glas. Ein offenes Sukkulenten-Terrarium braucht in der Wachstumszeit alle zwei bis drei Wochen ein paar Löffel Wasser. Ein offenes Terrarium mit tropischen Pflanzen braucht eine Erde, die immer leicht feucht bleibt. Der Rest ist Beobachtung.

Zwei offene Terrarien, zwei Routinen

Das Wort „offen“ steht für zwei sehr verschiedene Aufbauten.

Trockenes offenes TerrariumTropisches offenes Terrarium
PflanzenSukkulenten, Kakteen, HaworthiaFittonia, Calathea, kleine Farne, Moos
BehälterFlache Schale, weite ÖffnungGlas oder Vase, Deckel nur aufgelegt
SubstratMineralisch, trocknet schnellErde, die etwas Feuchtigkeit hält
GießenSelten, auf trockenem SubstratRegelmäßig, Erde leicht feucht
BesprühenNieMöglich, leicht
LichtSo hell wie möglichHell, ohne direkte Sonne

Bestimmen Sie also zuerst die Pflanzen in Ihrem Terrarium. Ein Kaktus und eine Fittonia leben nicht im selben Behälter und werden nicht gleich gepflegt. Wenn Sie beim Format noch schwanken, zeigt unser Vergleich geschlossenes oder offenes Terrarium die Unterschiede.

Ein offenes Sukkulenten-Terrarium gießen

Ein Glasbehälter hat kein Abzugsloch. Überschüssiges Wasser bleibt am Boden, an den Wurzeln. Das ist der häufigste Grund, warum Sukkulenten eingehen. Die Royal Horticultural Society (RHS) erinnert daran, dass Zimmersukkulenten nie im Wasser stehen dürfen.

  • Im Frühling und Sommer: ein paar Löffel Wasser am Fuß jeder Pflanze, alle zwei bis drei Wochen, wenn das Substrat ganz durchgetrocknet ist.
  • Im Herbst und Winter: höchstens einmal im Monat, in einem kühlen Raum auch gar nicht.

Zur Kontrolle stecken Sie einen Holzspieß an der Glaswand bis zum Boden. Kommt er feucht heraus, warten Sie. Gießen Sie am Fuß, mit einem Löffel oder einer Pipette, nie in die Rosetten. Aufbau und Pflanzenwahl stehen in unserer Anleitung für das Sukkulenten-Terrarium.

Unser Kit Wüste ist ein offenes Sukkulenten-Terrarium: eine Glasschale mit 20 cm Durchmesser und 8 cm Höhe, ohne Korken, fünf lebende Sukkulenten und die komplette Füllung. Die Sorten wechseln je nach Ernte.

Ein tropisches offenes Terrarium gießen

Tropische Pflanzen trinken mehr, und das Wasser verdunstet durch die Öffnung. Halten Sie die Erde leicht feucht, ohne sie zu durchnässen. Fühlen Sie mit dem Finger: Ist die Oberfläche trocken, gießen Sie etwas Wasser am Fuß der Pflanzen. Steht noch Wasser in der Drainageschicht, gießen Sie nichts nach, bis es verschwunden ist.

Das Moos ist das erste Warnzeichen. Trocknet es aus und verliert es seine Farbe, nehmen Sie es heraus, tauchen es kurz in Wasser und legen es zurück. Leichtes Besprühen hilft feinem Laub, wenn die Raumluft trocken ist. Die Calathea verträgt trockene Luft oft am schlechtesten: Beobachten Sie sie zuerst.

Unser offenes Kit Größe M vereint ein Glas mit 16 cm Durchmesser und 30 cm Höhe, mit einem nur aufgelegten Korken, eine Calathea makoyana und eine Fittonia White Tiger.

Mengen, das passende Wasser und die Unterschiede zum geschlossenen Glas finden Sie in unserem Ratgeber zum Gießen eines Terrariums.

Das Licht, und die Vierteldrehung

Ein offenes Terrarium lebt vom Licht. Sukkulenten brauchen am meisten: Stellen Sie sie so nah wie möglich an ein helles Fenster. Tropische Pflanzen wollen helles Licht, aber keine direkte Sonne, die das Glas aufheizen würde.

Die Pflanzen neigen sich zum Fenster. Drehen Sie den Behälter alle ein bis zwei Wochen um eine Vierteldrehung: So wachsen sie gerade und behalten eine ausgewogene Form. Öffnet sich eine Rosette, wird blass und lang, fehlt ihr Licht. Rücken Sie sie in mehreren Schritten näher ans Fenster, um Verbrennungen zu vermeiden.

Glas, Staub und tote Blätter

Ohne Deckel setzt sich Staub auf Blättern, Sand und der Innenseite des Glases ab. Er hält einen Teil des Lichts zurück.

  1. Das Glas: außen ein weiches, leicht feuchtes Tuch. Innen ein trockener Pinsel oder ein gefaltetes Küchenpapier an einer Pinzette. Kein Haushaltsreiniger.
  2. Die Blätter: Für Sukkulenten genügt ein weicher Pinsel. Die großen Blätter der Calathea wischen Sie mit einem kaum feuchten Tuch ab.
  3. Tote Blätter: Entfernen Sie sie, sobald Sie sie sehen. Trocken sehen sie unordentlich aus. Weich faulen sie und ziehen Trauermücken an.

Weiße Spuren auf dem Glas kommen oft vom Kalk im Gießwasser. Unser Ratgeber zum verschmutzten Terrarienglas erklärt, wie man sie entfernt und vermeidet.

Schneiden und auslichten

Eine tropische Pflanze, die das Glas berührt oder aus der Öffnung wächst, schneiden Sie mit einer kleinen, sauberen Schere über einem Blatt zurück. Gesunde Schnittreste können als Stecklinge dienen. Die Methode steht in unserem Ratgeber zum Schneiden im Terrarium.

Sukkulenten werden kaum geschnitten. Manche bilden aber Kindel am Fuß. Wird ein Horst zu dicht, trennen Sie eine Rosette mit eigenen Wurzeln ab und pflanzen sie an anderer Stelle ein. So vermehrt man die Haworthia, wie unser Ratgeber zur Haworthia zeigt.

Der Winter: weniger Wasser, weg von der Heizung

Im Winter nimmt das Licht ab und das Wachstum verlangsamt sich. Die Pflanzen trinken weniger.

  • Sukkulenten und Kakteen: Die RHS empfiehlt für die meisten Zimmerkakteen und Sukkulenten eine Ruhezeit von November bis Anfang März, in einem kühlen Raum, mit gerade so viel Wasser, dass die Pflanzen nicht schrumpeln.
  • Tropische Pflanzen: Halten Sie sie von der Heizung fern. Warme, trockene Luft trocknet die Erde in wenigen Tagen aus, und das Glas kann sich erwärmen. Kontrollieren Sie das Moos häufiger.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen für die Saison stehen in unserem Ratgeber zum Terrarium im Winter.

Häufige Probleme

Weiche oder glasige Basis bei einer Sukkulente. Zu viel Wasser. Hören Sie auf zu gießen und lassen Sie das Substrat trocknen. Steht Wasser am Boden, entfernen Sie es mit einer Pipette oder einem gerollten Küchenpapier.

Runzlige Blätter bei einer Sukkulente. Der Pflanze fehlt Wasser. Geben Sie ein paar Löffel und kehren Sie dann zum normalen Rhythmus zurück.

Eingerollte Blätter oder trockene Ränder bei einer Calathea. Die Luft ist zu trocken oder die Erde ist ausgetrocknet. Gießen und leicht besprühen.

Fittonia, die plötzlich zusammensackt. Sie hat Durst. Gießen Sie: Oft richtet sie sich in wenigen Stunden wieder auf. Unser Ratgeber zur Fittonia beschreibt dieses Verhalten genauer.

Kleine Fliegen über der Erde. Das sind oft Trauermücken, angezogen von zu nasser Erde und organischen Resten. Lassen Sie die Oberfläche abtrocknen und entfernen Sie tote Blätter. Unser Ratgeber zu Trauermücken im Terrarium beschreibt weitere Lösungen.

Weiße, wattige Knäuel an einer Sukkulente. Das sind oft Wollläuse. Entfernen Sie sie mit einem Wattestäbchen und stellen Sie die Pflanze separat.

Gehen trotz dieser Korrekturen mehrere Pflanzen ein, ist das Substrat vielleicht erschöpft. Unser Ratgeber zum Neuaufbau eines Terrariums erklärt, wie man die Pflanzen rettet und auf gesunder Basis neu beginnt.

Geschlossen oder offen: was sich ändert

Ein geschlossenes Terrarium recycelt sein Wasser: Man beobachtet es mehr, als man es gießt. Ein offenes Terrarium braucht regelmäßiges Gießen, lässt aber Luft durch und verzeiht einen gelegentlichen Feuchtigkeitsüberschuss besser. Zur Pflege eines geschlossenen Glases lesen Sie unseren kompletten Ratgeber zum geschlossenen Terrarium.

Kurz gesagt

  1. Bestimmen Sie Ihre Pflanzen: Sukkulenten oder tropisch, die Routine ändert sich.
  2. Sukkulenten: in der Saison alle zwei bis drei Wochen ein paar Löffel Wasser, im Winter höchstens einmal im Monat, immer auf trockenem Substrat.
  3. Tropische Pflanzen: leicht feuchte Erde, leichtes Besprühen bei trockener Luft, nie Wasser am Boden.
  4. Alle ein bis zwei Wochen eine Vierteldrehung, und ein sauberes Glas.
  5. Tote Blätter kommen heraus, sobald man sie sieht.

Quellen

Häufige Fragen

Wie oft gießt man ein offenes Terrarium?

Das hängt von den Pflanzen ab. Ein offenes Sukkulenten-Terrarium bekommt im Frühling und Sommer alle zwei bis drei Wochen ein paar Löffel Wasser pro Pflanze, im Winter höchstens einmal im Monat. Ein offenes Terrarium mit tropischen Pflanzen trocknet schneller: Halten Sie die Erde leicht feucht, und lassen Sie nie Wasser am Boden stehen.

Muss man ein offenes Terrarium besprühen?

Nur, wenn es tropische Pflanzen oder Moos enthält. Leichtes Besprühen hilft ihnen, wenn die Raumluft trocken ist. Ein Terrarium mit Sukkulenten oder Kakteen wird nie besprüht: Das Wasser bleibt auf den Blättern und fördert Fäulnis.

Wie reinigt man das Glas eines offenen Terrariums?

Außen mit einem weichen, leicht feuchten Tuch, innen mit einem trockenen Pinsel oder einem gefalteten Küchenpapier an einer Pinzette. Verwenden Sie kein Haushaltsreinigungsmittel: Seine Rückstände bleiben in einem Behälter, in dem Pflanzen leben.

Braucht ein offenes Terrarium Dünger?

Selten. Terrarienpflanzen sollen klein bleiben, und Dünger lässt sie wachsen. Wird eine Pflanze nach mehreren Jahren im selben Substrat blass, genügt im Frühling ein stark verdünnter Dünger.

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