Calathea und Maranta im Terrarium: die Zwergformen
Marantengewächse haben das schönste Laub im Terrarium und gelten als heikel. Unter Glas werden sie einfach. Arten, Wasser, Licht.

In diesem Ratgeber
Die Marantengewächse — Calathea, Maranta, Ctenanthe, Stromanthe — haben das grafischste Laub, das man in ein Terrarium setzen kann: Streifen, Fischgrätmuster, purpurne Blattunterseiten. Sie gelten zugleich als schwierige Pflanzen, und das liegt ausschließlich an ihrem Feuchtebedarf. Unter Glas ist dieser Bedarf dauerhaft gedeckt, und sie werden einfach. Die einzige echte Aufgabe besteht darin, eine Zwergform zu wählen.
Steckbrief
| Familie | Marantengewächse (Calathea, Maranta, Ctenanthe) |
| Geeignete Formen | Zwergsorten, höchstens 15 bis 20 cm |
| Herkunft | Tropische Unterwuchszonen Südamerikas |
| Größe unter Glas | 12 bis 20 cm |
| Wachstum | Langsam bis mäßig |
| Geschlossenes Terrarium | Ja, das ist ihr ideales Umfeld |
| Offenes Terrarium | Nein |
| Licht | Halbschatten bis helles indirektes Licht |
| Luftfeuchtigkeit | Sehr hoch, 70 % und mehr |
| Temperatur | 18 bis 26 °C, ohne kalten Luftzug |
| Schwierigkeit | Schwierig im Topf, einfach unter Glas |
Eine Zwergform wählen
Das ist die einzige Falle. Die im Gartencenter als Zimmerpflanzen verkauften Calathea — orbifolia, zebrina, lancifolia — werden 50 bis 80 cm hoch. In einem Glasgefäß stoßen sie nach wenigen Monaten ans Glas.
Suchen Sie nach Zwergsorten: Calathea 'Dottie' oder 'Freddie', Maranta leuconeura in ihren kompakten Formen, oder eine junge Pflanze einer mittelgroßen Art, die Sie nach einem Jahr zu ersetzen bereit sind.
Ein Hinweis zur Gestaltung: Eine Zwerg-Calathea füllt die obere Ebene eines Terrariums von 25 cm. In einem Glas von 15 cm ist sie schon zu groß.
Warum sie unter Glas funktionieren
Marantengewächse stammen vom Boden des tropischen Regenwaldes, unter dichtem Kronendach. Daraus ergeben sich drei Ansprüche, und das Terrarium erfüllt alle drei:
Hohe und gleichbleibende Luftfeuchtigkeit. Das ist ihre Schwachstelle in der Wohnung: Unter 50 % Luftfeuchte bräunen und vertrocknen die Blattränder. Ein geschlossenes Terrarium bleibt mühelos über 70 %.
Gefiltertes Licht. In der prallen Sonne verbrennen sie. Unter Glas, mit Abstand zum Fenster, passt das Licht.
Gleichmäßige Wärme, kein Luftzug. Das Glasgefäß dämpft die Schwankungen im Raum.
Die Blattbewegung
Eine Eigenheit, die überrascht und kein Problem ist: Die Blätter richten sich abends auf und senken sich tagsüber. Diese Bewegung geht auf ein Gelenkpolster am Blattstielgrund zurück und hat den Marantengewächsen den Namen Gebetspflanzen eingetragen.
Ein Terrarium in dem Raum, in dem Sie den Abend verbringen, bietet ein unaufdringliches, aber echtes Schauspiel. Es ist ein Zeichen guter Gesundheit: Eine leidende Pflanze bewegt sich nicht mehr.
Substrat und Pflanzung
Ein luftiges und wasserhaltendes Terrariensubstrat: Kokosfaser, etwas Sphagnum, feine Rinde. Ihre Wurzeln sind fein und vertragen weder Trockenheit noch Staunässe.
Spülen Sie den Wurzelballen mit lauwarmem Wasser ab, pflanzen Sie ohne den Wurzelhals zu verschütten, und setzen Sie die Pflanze in den hinteren Teil der Gestaltung: Sie ist ein Strukturelement, das man durch den Rest hindurch betrachtet.
Das Wasser: der einzige heikle Punkt
Marantengewächse sind kalkempfindlich. Hartes Leitungswasser hinterlässt Ränder und lässt die Blattränder bräunen, genau wie trockene Luft — was die Diagnose verwirrend macht.
Ist Ihr Wasser kalkhaltig, nehmen Sie zum Sprühen Regenwasser oder entmineralisiertes Wasser. Siehe Ein Terrarium gießen.
In einem ausgeglichenen geschlossenen Terrarium sind diese Gaben ohnehin selten: ein paar Sprühstöße, wenn der Beschlag dauerhaft verschwunden ist.
Häufige Probleme
Braune, trockene Blattränder. Zu trockene Luft oder kalkhaltiges Wasser — die beiden klassischen Ursachen. Prüfen Sie zuerst den morgendlichen Beschlag.
Eingerollte Blätter. Wassermangel oder Hitzestress.
Blätter verlieren ihre Zeichnung und werden einfarbig grün. Lichtmangel.
Weiche Blätter, geschwärzter Grund. Zu viel Wasser — siehe Zu feuchtes Terrarium.
Punktuelle braune Flecken auf der Blattspreite. Wasser, das auf dem Laub stehen geblieben ist. Sprühen Sie das Substrat an, nicht die Blätter.
Womit kombinieren
Sie dominieren optisch: Umgeben Sie sie mit ruhigen Texturen. Moos am Boden, Selaginella oder Bubikopf als Bodendecker, Ficus pumila auf einem Holz.
Im selben Glas zu vermeiden: eine weitere Pflanze mit stark gezeichnetem Laub, etwa eine rote Fittonia oder eine Hypoestes. Zwei starke Muster heben sich gegenseitig auf.
Das Projekt Ein tropisches Terrarium in der Ballonflasche passt gut zu dieser Art von Gestaltung, und die Rubrik Tropenpflanzen versammelt unsere Arten.
Quellen
Häufige Fragen
Warum sind Calathea im Terrarium einfacher als im Topf?
Ihr Ruf als schwierige Pflanze kommt von ihrem Feuchtebedarf: In einer beheizten Wohnung bräunen die Blattränder. Unter Glas ist die Luft dauerhaft gesättigt, und das Problem verschwindet.
Welche Calathea eignet sich für ein Glasgefäß?
Eine Zwergform: Calathea 'Dottie', 'Freddie' oder eine kleine Maranta. Die großen Zimmerpflanzensorten werden 60 cm hoch und haben unter Glas nichts verloren.
Warum bräunen die Ränder meiner Blätter?
Zu trockene Luft oder zu kalkhaltiges Wasser. Das sind die beiden klassischen Ursachen bei Marantengewächsen. Prüfen Sie den morgendlichen Beschlag und wechseln Sie zu Regen- oder entmineralisiertem Wasser.
Ist es normal, dass sich die Blätter im Tagesverlauf bewegen?
Ja, das ist typisch für Marantengewächse: Die Blätter richten sich abends auf und senken sich tagsüber. Deshalb heißen sie Gebetspflanzen. Es ist ein Zeichen guter Gesundheit.






















