Selaginella im Terrarium: Arten und Pflege
Ein Teppich aus grüner Spitze, der Trockenheit nicht verzeiht. Arten, Licht, Luftfeuchte und Handgriffe für eine gelungene Selaginella unter Glas.

In diesem Ratgeber
Selaginella liefert die feinste Textur, die sich in einem Terrarium erreichen lässt: einen dichten, hellgrünen Spitzenteppich, der sofort an einen Waldboden denken lässt. Sie ist zugleich die anspruchsvollste Pflanze der gängigen Auswahl — sie verlangt eine hohe und gleichbleibende Luftfeuchte und wird nach wenigen Stunden trockener Luft braun. In einem geschlossenen Terrarium, das sauber schließt, ist sie leicht; anderswo scheitert sie.
Steckbrief
| Botanischer Name | Selaginella spp. |
| Gängige Arten | S. kraussiana, S. martensii, S. uncinata |
| Herkunft | Feuchte tropische und subtropische Waldböden |
| Größe unter Glas | 5 bis 15 cm hoch, breit ausladend |
| Wachstum | Mittel bis schnell |
| Geschlossenes Terrarium | Ja, unverzichtbar |
| Offenes Terrarium | Nein |
| Licht | Halbschatten bis helles indirektes Licht |
| Luftfeuchte | Sehr hoch, 70 % und mehr |
| Temperatur | 18 bis 25 °C |
| Schwierigkeit | Mittel — leicht unter Glas, unmöglich an freier Luft |
Was sie beisteuert
Einen Maßstab. Ihre fein gegliederten Triebe sind so klein, dass der Rest der Komposition größer wirkt: Neben einer Selaginella sieht ein Glas von 20 cm aus wie ein Waldstück. Sie gehört zu den wenigen Pflanzen, die diesen Miniatureffekt ganz ohne Trick erzeugen.
Sie deckt den Boden zudem rasch ab, indem sich ihre Triebe ausbreiten und beim Bodenkontakt bewurzeln. Sie ergänzt sich gut mit Moos, mit dem sie zwei sehr verschiedene Grünschichten bildet.
Luftfeuchte: der kritische Punkt
Darum dreht sich bei dieser Pflanze alles. Selaginella hat keine dicke Cuticula, die ihr Wasser hält: Sie lebt in der gesättigten Luft des Waldbodens. In einem beheizten Innenraum wird sie an einem Tag braun.
Was sie braucht: ein geschlossenes Terrarium, dessen Stopfen oder Deckel wirklich dicht ist, mit Beschlag, der jeden Morgen zurückkehrt. Bleibt der Beschlag dauerhaft aus, meldet sie es als Erste — vor der Fittonia, vor dem Moos.
Die Braunfärbung beginnt immer an den Triebspitzen. Das ist ein sehr nützliches Frühwarnzeichen: Korrigieren Sie, sobald Sie es sehen, nach Zu trockenes Terrarium.
Licht
Halbschatten bis helles indirektes Licht. Sie verträgt weniger Licht als die meisten ihrer Nachbarn, was sie zu einer guten Wahl für ein Terrarium fern vom Fenster macht.
Niemals direkte Sonne, die sie sehr schnell verbrennt — siehe Zu warmes Terrarium.
Substrat und Pflanzung
Ein luftiges Terrariensubstrat, das die Feuchte hält: Kokosfaser, etwas feine Rinde, eine Spur Sphagnum, wenn vorhanden.
Spülen Sie den Ballen mit lauwarmem Wasser ab, breiten Sie den Horst aus, statt ihn einzudrücken, und drücken Sie ihn leicht an, damit der Kontakt sitzt. Besprühen Sie ihn sofort danach: Diese Pflanze darf zwischen dem Austopfen und dem Schließen des Terrariums keine Stunde austrocknen.
Pflege
Fast nichts. Sie breitet sich von selbst aus und begnügt sich mit dem Wasser, das im Terrarium kreist. Nur zwei Handgriffe:
- Die Ausbreitung begrenzen: Sie kann kleinere Pflanzen überwachsen. Schneiden Sie überzählige Triebe mit der Schere ab; aus der Schnittstelle treiben sie nicht wieder aus, doch der Horst wird dichter.
- Braun gewordene Teile entfernen, die nicht wieder ergrünen und im geschlossenen Milieu den Schimmel ernähren würden.
Häufige Probleme
Braune, trockene Triebspitzen. Zu trockene Luft. Das ist der häufigste Fall und der am schnellsten behobene.
Weicher Horst, braun an der Basis, durchnässtes Substrat. Zu viel Wasser und Sauerstoffmangel an den Wurzeln — siehe Zu feuchtes Terrarium.
Grün, das ausblasst, ohne braun zu werden. Zu wenig Licht, oder zu kalkhaltiges Wasser.
Weißer Belag an der Basis. Schimmel auf totem Material, das im Horst hängt: Entfernen Sie die Reste, lüften Sie, siehe Schimmel im geschlossenen Terrarium.
Womit man sie kombiniert
Sie verträgt sich mit allem, was Feuchte mag: Fittonia, Ficus pumila, Peperomia, ein kleiner Farn, Moose.
Mit Sukkulenten ist sie ohne Ausnahme unvereinbar — ihre Ansprüche sind entgegengesetzt. Siehe Geschlossenes oder offenes Terrarium.
Unsere Auswahl steht in der Abteilung tropische Pflanzen.
Quellen
Häufige Fragen
Kann Selaginella außerhalb eines Terrariums leben?
Nur sehr schwer. Sie ist die Pflanze dieser Auswahl mit dem höchsten Anspruch an die Luftfeuchte: Wenige Stunden trockene Luft reichen, um sie braun werden zu lassen. Sie gehört ins geschlossene Terrarium.
Warum wird meine Selaginella an den Triebspitzen braun?
Die Luft ist zu trocken, oder das Terrarium schließt nicht mehr richtig. Die Braunfärbung beginnt immer an den Enden. Befeuchten Sie wieder und prüfen Sie den Verschluss: Die braunen Teile ergrünen nicht, doch die Pflanze treibt neu aus.
Ist sie ein Farn oder ein Moos?
Weder noch. Selaginella gehört zu den Selaginellaceae, einer sehr alten Gruppe in der Nähe der Bärlappgewächse. Sie vermehrt sich über Sporen wie ein Farn, ist aber keiner.
Wie vermehrt man sie?
Durch Teilung: Trennen Sie einen Horst mit etwas Substrat in zwei Teile und pflanzen Sie ihn wieder ein. In der Feuchte eines geschlossenen Terrariums wächst er in zwei bis drei Wochen an.





















