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Ratschlag

Terrarium in der Sonne oder zu heiß: Schäden und Abhilfe

Unter Glas steigt die Temperatur sehr schnell. Wie Sie einen Hitzeschaden erkennen, retten was zu retten ist und einen Standort wählen, der das ganze Jahr trägt.

La rédactionVeröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit
Jeune érable sous cloche de verre éclairée

Ein Terrarium stellt man nie in die direkte Sonne. Das Glas lässt die Strahlung herein und hält die Wärme fest: An einem Nachmittag hinter einer Südscheibe übersteigt die Innentemperatur die des Raums deutlich, und die Unterwuchspflanzen garen. Die Schäden treten schnell ein und sind größtenteils nicht rückgängig zu machen — deshalb lohnt es sich, den Standort schon vor dem Kauf des Gefäßes zu wählen.

Was unter dem Glas passiert

Die Tropenpflanzen eines geschlossenen Terrariums stammen vom Waldboden, unter dem Kronendach. Dort leben sie in gefiltertem Licht und bei gleichbleibender Temperatur, zwischen 18 und 26 °C. An pralle Sonne sind sie in keiner Weise angepasst.

Das Glas wirkt wie ein kleines Gewächshaus: Es lässt das Licht durch, und die warme Luft entweicht nicht. Rechnen Sie hinzu, dass das Wasser im Terrarium umso schneller verdunstet, und Sie erhalten ein Milieu, das zugleich heiß und gesättigt ist. Für ein Moos ist das die zerstörerischste Kombination.

Einen Hitzeschaden erkennen

An den Blättern: braune, trockene, scharf begrenzte Flecken, zuerst auf den oberen und den zugewandten Blättern. Sie breiten sich nicht auf den Rest der Pflanze aus — das unterscheidet sie von einer Krankheit.

Am Moos: rasche Bräunung in Flecken, auf der am stärksten belichteten Stelle. Auch hier verrät die Geografie des Schadens die Ursache: genau dort, wo die Sonne auftraf.

Am Glas: sehr starker Beschlag in den heißen Stunden, der danach schlagartig verschwindet.

Am Geruch: in schweren Fällen ein Geruch nach gegartem Grün, in den Tagen danach nach Gärung.

Was in der ersten Stunde zu tun ist

  1. Stellen Sie das Terrarium um, in den Schatten, in einen kühleren Raum. Nicht in den Kühlschrank und nicht vor einen Ventilator: Ein umgekehrter Temperaturschock gibt dem Rest den Rest.
  2. Öffnen Sie es, bis die Temperatur gesunken ist, ein bis zwei Stunden, und schließen Sie dann wieder.
  3. Gießen Sie nicht gleich hinterher. Das Substrat ist meist noch feucht, und Wasser auf gestresste Wurzeln verschlimmert die Lage.
  4. Warten Sie zwei oder drei Tage, bevor Sie schneiden: Manche Blätter, die verloren scheinen, richten sich wieder auf.

Was sich retten lässt

Gezeichnete Blätter heilen nicht: Entfernen Sie sie mit der Schere, sobald sich die Pflanze stabilisiert hat. Sind Wurzelhals und Wurzeln unversehrt, treibt die Pflanze normal wieder aus.

Ein gegartes Moos ist selten zu retten. Legen Sie eine neue Platte nach Moos im Terrarium richtig setzen.

Ist das Terrarium zugleich heiß und durchnässt, kümmern Sie sich zuerst um das Wasser: siehe Zu feuchtes Terrarium.

Einen Standort wählen, der das ganze Jahr trägt

Die richtige Ausrichtung: ein heller Raum, ein bis zwei Meter von einem Fenster entfernt, außerhalb der direkten Strahlung. Ein Fenster nach Norden oder Osten erlaubt sogar die Fensterbank.

Die Zeichnung zeigt, was ein Abstand von ein bis zwei Metern zum Fenster verändert.
Die Zeichnung zeigt, was ein Abstand von ein bis zwei Metern zum Fenster verändert.

Die Fallen: die Oberseite einer Heizung, ein Regal direkt unter einem Halogenstrahler, ein Wintergarten, eine Südfensterbank im Sommer. Der Wintergarten ist der schlimmste der drei Fälle: Dort kommen das Glas des Terrariums und das des Gebäudes zusammen.

Der Jahreszeitenwechsel: Ein im Dezember perfekter Platz kann im Juni brennheiß werden, weil die Sonne höher steht und ihre Bahn sich verschiebt. Prüfen Sie im Sommer, wo der Strahl um 15 Uhr tatsächlich auftrifft.

Bei einer Hitzewelle: Umstellen ist besser als öffnen. Weg von jeder Scheibe, und wenn der ganze Raum aufheizt, stellen Sie das Terrarium auf Bodenhöhe, wo die Luft kühler ist.

Und wenn der Raum dunkel ist?

Der Reflex, näher ans Fenster zu rücken, kommt oft von einem echten Lichtmangel. Es gibt eine Zwischenlösung: eine kleine Pflanzenleuchte mit Abstand aufgestellt, sechs bis acht Stunden am Tag. Sie gibt Licht ohne direkte Strahlung — siehe Erstes Terrarium: der Leitfaden für Einsteiger für die Einzelheiten zu den Standorten.

Quellen

Häufige Fragen

Darf ein Terrarium auf einer Fensterbank stehen?

An einem Fenster nach Norden oder Osten ja. Nach Süden oder Westen nein: Das Glas bündelt die Wärme, und die Innentemperatur kann die des Raums an einem Nachmittag deutlich übersteigen.

Ab welcher Temperatur leidet ein Terrarium?

Pflanzen des tropischen Unterwuchses fühlen sich zwischen 18 und 26 °C wohl. Über etwa dreißig Grad, und besonders wenn das mehrere Stunden anhält, zeichnen sich die Blätter und die Moose garen.

Soll man ein Terrarium bei einer Hitzewelle öffnen?

Umstellen ist besser als öffnen. Rücken Sie es vom Fenster und von jeder Wärmequelle weg. Ist das nicht möglich, begrenzt ein teilweises Öffnen in den heißesten Stunden die Überhitzung, trocknet aber aus: abends wieder schließen.

Erholt sich eine von der Sonne verbrannte Pflanze?

Gezeichnete Blätter heilen nicht und werden mit der Schere entfernt. Sind Wurzelhals und Wurzeln unversehrt, treibt die Pflanze wieder aus. Ein gegartes Moos dagegen ist selten zu retten.

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