Tropisches Terrarium für Einsteiger: einfache Pflanzen, Licht und zu vermeidende Fehler
Fittonie, Moosfarn und kleiner Farn: drei einfache tropische Pflanzen für ein erstes Terrarium, mit Licht, Feuchtigkeit und den Fehlern, die zum Scheitern führen.

In diesem Ratgeber
Wählen Sie für ein erstes tropisches Terrarium drei Pflanzen, die Feuchtigkeit lieben und Fehler verzeihen: die Fittonie, den Moosfarn und einen kleinen Nestfarn. Setzen Sie sie in ein geschlossenes Gefäß, auf ein belüftetes Substrat, in einen hellen Raum ohne direkte Sonne. Die meisten Misserfolge haben drei Ursachen: zu viel Wasser, zu viel Sonne, oder Pflanzen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. So vermeiden Sie sie.
Was ist ein tropisches Terrarium?
Das ist ein Terrarium, das die Stimmung eines feuchten Unterwaldes nachbildet: viel Luftfeuchtigkeit, gefiltertes Licht, ein stets frischer Boden. Die Royal Horticultural Society (RHS), die große britische Gartenbaugesellschaft, beschreibt das geschlossene Terrarium als ein Glasgefäß, in dem die Feuchtigkeit hoch bleibt und das Wasser dauerhaft recycelt wird. Es eignet sich für kleine, langsam wachsende tropische Pflanzen, die feuchte Luft lieben.
Es steht im Gegensatz zum offenen Wüsten-Terrarium, das für Sukkulenten gedacht ist. Beide vermischen sich nicht: Falls Sie noch zögern, hilft Ihnen unser Vergleich Geschlossenes oder offenes Terrarium bei der Wahl.
Geschlossen oder offen, für den Einstieg?
Geschlossen ist einfacher. Tropische Pflanzen leiden unter der trockenen Luft unserer Wohnungen, besonders im Winter mit der Heizung. In einem geschlossenen Gefäß bleibt die Feuchtigkeit stabil, ohne dass Sie täglich besprühen müssen. Ein offenes tropisches Terrarium funktioniert auch, verlangt aber eine viel regelmäßigere Überwachung.
Welche tropischen Pflanzen als Einsteiger wählen?
Die Fittonie, die aussagekräftigste
Die Fittonie ist oft die beste erste Pflanze. Ihre weiß, rosa oder rot geäderten Blätter bringen Farbe, und sie zeigt deutlich an, was nicht stimmt.
- Licht: lebhaft bis mittel, ohne direkte Sonne, die ihre Blätter verbrennt. Sie wächst auch unter Kunstlicht.
- Feuchtigkeit: mittel bis hoch. In trockener Luft rollen sich ihre Blätter ein und fallen ab.
- Wasser: Fehlt es ihr, sinkt sie mit einem Mal spektakulär in sich zusammen und richtet sich nach dem Gießen wieder auf. Umgekehrt lässt Wasserüberschuss ihre Wurzeln verfaulen.
- Größe: Die Art kann etwa zwanzig Zentimeter Höhe erreichen und sich in der Breite deutlich mehr ausbreiten. Wählen Sie für ein Terrarium Zwergformen.
Gut zu wissen: Laut dem Beratungsdienst der University of North Carolina (NC State) ist die Fittonie weder für Katzen noch für Hunde giftig.
Der Moosfarn, der grüne Teppich
Der Moosfarn (Selaginella kraussiana) bildet einen niedrigen, leichten Teppich, perfekt im Vordergrund. Die goldene Sorte 'Aurea' erhellt dunkle Kompositionen.
- Licht: Schatten oder Halbschatten. Direkte Sonne verbrennt sein Blattwerk.
- Feuchtigkeit: hoch. In trockener Luft wird er braun und vertrocknet.
- Wasser: ein frischer, aber gut durchlässiger Boden; Wasserüberschuss lässt die Wurzeln verfaulen.
- Wachstum: Er wird kaum höher als fünf bis zehn Zentimeter, breitet sich aber schnell aus. Planen Sie ein, ihn zu schneiden, damit er seine Nachbarn nicht erstickt.
Der Nestfarn, der Höhenakzent
Der Asplenium nidus bildet eine Rosette aus glänzenden Wedeln. Die Sorte 'Crispy Wave' hat sehr grafische, gewellte Wedel.
- Licht: lebhaft oder leicht schattig, wie in der Nähe eines nach Norden ausgerichteten Fensters. Zu viel direkte Sonne lässt die Wedel vergilben.
- Wasser: Er verträgt kein Austrocknen. Der Boden muss frisch bleiben.
- Substrat: reich, feucht und porös, wie eine Farnerde.
- Temperatur: NC State gibt ein Ideal von etwa 15 bis 21 °C an, eine gewöhnliche Zimmertemperatur.
- Größe: In der Natur ist es eine große Pflanze. Jung gekauft, passt sie eine Zeit lang in ein Terrarium, muss dann aber in einen Topf umziehen, sobald sie das Glas berührt.
Und die Moose
Kultivierte Moose vervollständigen das Trio. Sie bedecken den Boden, halten die Feuchtigkeit und geben den Eindruck eines echten Unterwaldes. Unser Ratgeber zu Moosen für Terrarien stellt die einfachen Arten vor. Um Ihre Auswahl zu erweitern, siehe auch Welche Pflanzen für ein Terrarium.
Wie kombiniert man die Pflanzen?
Der wichtigste Rat ist einfach: Vereinen Sie Pflanzen mit denselben Licht- und Wasserbedürfnissen. Das empfiehlt auch die Penn-State-Universität. Das Trio Fittonie, Moosfarn und Farn funktioniert, weil alle drei Feuchtigkeit, indirektes Licht und einen frischen Boden mögen.
Eine einfache Komposition baut sich in drei Ebenen auf:
- Hinten oder außermittig der Farn, die höchste Pflanze.
- In der Mitte ein bis zwei Fittonien, für die Farbe.
- Vorn der Moosfarn und Moose, für den Teppich.
Lassen Sie Platz zwischen den Pflanzen. Sie werden wachsen, und ein zu dicht gepflanztes Terrarium verlangt viel mehr Schnitt.
Welches Licht für ein tropisches Terrarium?
Diese Pflanzen leben im Schatten der Bäume, brauchen aber Licht zum Wachsen. Die RHS empfiehlt mindestens sechs Stunden lebhaftes, indirektes Licht pro Tag, idealerweise in der Nähe eines nach Norden oder Osten ausgerichteten Fensters, und niemals in direkter Sommersonne. Die Penn-State-Universität wird noch deutlicher: In der Sonne „kocht" ein geschlossenes Terrarium.
Ist Ihr Raum dunkel, tut eine Pflanzenlampe gute Dienste. Stellen Sie sie in Abstand zum Glas, um es nicht aufzuheizen.
Zwei Anzeichen zeigen Ihnen, ob das Licht stimmt:
- Lange, blasse, sich neigende Triebe: Es fehlt Licht.
- Verbrannte, vergilbte oder verfärbte Blätter: Es ist zu viel Sonne.
Welche Feuchtigkeit, und wie hält man sie?
In einem geschlossenen Terrarium reguliert sich die Feuchtigkeit fast von selbst. Beobachten Sie den Beschlag: Ein leichter Schleier am Glas zeigt, dass das Wasser genügt. Läuft das Wasser dauerhaft ab, entfernen Sie den Deckel für ein bis zwei Tage. Bleibt das Glas trocken und sinken die Pflanzen ein, besprühen Sie etwas.
In einem offenen Terrarium besprühen Sie regelmäßig und beobachten die Blätter der Fittonie: Rollen sie sich ein, ist die Luft zu trocken.
Verwenden Sie kalkarmes Wasser, Regenwasser oder demineralisiertes Wasser: Es hinterlässt weniger weiße Spuren am Glas. Unser Ratgeber Ein Terrarium gießen beschreibt die Mengen im Detail.
Welches Substrat?
Die drei Pflanzen verlangen dasselbe: einen Boden, der frisch bleibt, ohne je durchnässt zu sein. Es braucht also ein belüftetes, poröses Substrat, das auf einer Drainageschicht liegt, die überschüssiges Wasser sammelt. Unser Tutorial Wie man ein geschlossenes Terrarium anlegt erklärt den Aufbau Schicht für Schicht, und unser Ratgeber zum Substrat für Terrarien vergleicht die Mischungen.
Die Einsteigerfehler
- Zu viel gießen, um es gut zu machen. Das ist der häufigste Fehler. Bei der Fittonie wie beim Moosfarn lässt Wasserüberschuss die Wurzeln verfaulen.
- Eine einsinkende Fittonie falsch lesen. Meistens hat sie Durst und richtet sich nach leichtem Gießen wieder auf. Berühren Sie aber zuerst das Substrat: Ist es bereits nass, liegt das Problem bei den Wurzeln, nicht am Wassermangel.
- Das Terrarium in die Sonne stellen. Das Glas heizt sich auf, die Blätter verbrennen.
- Tropische Pflanzen und Sukkulenten mischen. Sukkulenten und Kakteen vertragen die Feuchtigkeit eines geschlossenen Terrariums nicht.
- Zu dicht pflanzen. Der Moosfarn insbesondere erobert schnell den Platz.
- Zu Beginn die Aufmerksamkeit vernachlässigen. Laut der Penn-State-Universität siedeln sich Krankheiten vor allem in den ersten Wochen an. Entfernen Sie sofort ein beschädigtes Blatt oder weißen Flaum. Im Zweifel lesen Sie unseren Ratgeber zu Schimmel im geschlossenen Terrarium.
- Tote Blätter liegen lassen. Die RHS empfiehlt, sie schnell zu entfernen, um Fäulnis und Schimmel zu vermeiden.
Das Material
Die drei Pflanzen dieses Ratgebers gibt es im kleinen Format, pflanzfertig.
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Quellen
Häufige Fragen
Welche Pflanze ist am einfachsten für ein tropisches Terrarium?
Die Fittonie ist oft die einfachste. Sie liebt Feuchtigkeit, verträgt mittleres Licht und zeigt deutlich an, wenn ihr Wasser fehlt: Sie sinkt in sich zusammen und richtet sich nach leichtem Gießen wieder auf.
Muss ein tropisches Terrarium geschlossen sein?
Nicht zwingend, aber es ist einfacher. Geschlossen hält es die Feuchtigkeit, die diese Pflanzen brauchen. Offen muss man häufig besprühen, da die trockene Hausluft die Blätter welken lässt.
Ist die Fittonie giftig für Katzen?
Laut dem Beratungsdienst der University of North Carolina ist die Fittonie weder für Katzen noch für Hunde giftig. Ein geschlossenes Terrarium hält sie ohnehin außer Reichweite.
Kann man ein tropisches Terrarium mit einer Lampe beleuchten?
Ja. Die Fittonie wächst gut unter Kunstlicht, und eine Pflanzenlampe gleicht einen dunklen Raum aus. Halten Sie sie in Abstand zum Glas, um das Terrarium nicht aufzuheizen.
























