Blähton oder Lavagranulat für die Drainage im Terrarium?
Gewicht, Porosität, Preis, Optik: Was die beiden Drainagematerialien wirklich unterscheidet und welches zum Gefäß und zum Terrarientyp passt.

In diesem Ratgeber
Beide funktionieren. Blähton ist leicht, hell und gleichmäßig gekörnt: die Standardwahl, vor allem bei einem großen Gefäß, in dem das Gewicht zählt. Lavagranulat ist schwerer, poröser und von einem dunklen Rotbraun, das hinter dem Glas optisch verschwindet: die beste Wahl für ein offenes Sukkulenten-Terrarium und für alle, die eine unauffällige Schicht wollen. Der eigentliche Erfolgsfaktor ist aber weder das eine noch das andere, sondern die Trennschicht, die darüber liegt.
Die Übersicht
| Blähton | Lavagranulat | |
|---|---|---|
| Herkunft | Gebrannter Blähton aus Ton | Gebrochenes Vulkangestein |
| Gewicht | Sehr leicht | Schwer |
| Porosität | Gut, wabenartiges Inneres | Sehr gut, unregelmäßige Oberfläche |
| Körnung | Gleichmäßig, 8 bis 16 mm | Unregelmäßig, 3 bis 15 mm |
| Farbe | Helles Orangebraun | Rotbraun bis Schwarz |
| Sichtbarkeit hinter dem Glas | Deutlich | Unauffällig |
| Preis | Niedrig | Niedrig |
| Ideal für | Geschlossenes Terrarium, großes Volumen | Offenes Terrarium, Sukkulenten, dunkle Optik |
Was eine Drainageschicht wirklich leistet
Ein Terrarium hat kein Abzugsloch. Die unterste Schicht leitet also nichts ab: Sie speichert überschüssiges Wasser außerhalb der Reichweite der Wurzeln und hält Luft im unteren Aufbau.
Das ist eine Sicherheitsreserve, keine Lösung. Ein zu oft gegossenes Terrarium ersäuft unabhängig von der Drainage — siehe Zu feuchtes Terrarium. Die Schicht verschafft Zeit; den Rest erledigt maßvolles Gießen.
Blähton
Sein wichtigster Vorteil ist das Gewicht. Ein Gefäß von 10 Litern wiegt mit drei Zentimetern Kies schon spürbar; mit Blähton bleibt es handlich. Bei einer großen Ballonflasche ist der Unterschied sehr deutlich.
Die gleichmäßige Körnung schafft große Hohlräume und damit viel Luft. Blähton ist porös und hält etwas Feuchtigkeit, die durch Verdunstung wieder ins Terrarium zurückgeht — genau das, was man in einem geschlossenen Terrarium haben möchte.
Sein Nachteil ist optisch: Er ist hell und hinter dem Glas gut sichtbar. Manche mögen die deutlich abgesetzte Schicht, andere nicht.
Lavagranulat
Vulkangestein, sehr porös, mit unregelmäßiger Oberfläche. Es hält mehr Wasser und Luft als Blähton und bietet der Mikrofauna in einem bioaktiven Terrarium mehr Besiedlungsfläche.
Sein dunkles Rotbraun verschmilzt hinter dem Glas mit dem Aufbau: Optisch verschwindet die Schicht fast, und der Blick geht direkt zu den Pflanzen. Wer eine natürliche Wirkung sucht, wählt meist genau das.
Sein Nachteil ist das Gewicht. Bei einem kleinen Gefäß spielt es keine Rolle. Bei einer Ballonflasche von 10 Litern wird das Ganze schwer zu bewegen.
Dafür ist es die beste Wahl für ein offenes Sukkulenten-Terrarium, wo es sich auch im Substrat selbst wiederfindet.
Die Trennschicht zählt mehr als die Materialwahl
Das ist der häufigste Fehler: das Substrat direkt auf die Drainage zu setzen. Nach wenigen Wassergaben rutscht die Erde zwischen die Körner, füllt die Hohlräume, und die Drainageschicht wird zu einem wassergesättigten Block — genau das, was man vermeiden wollte.
Legen Sie eine durchlässige Trennschicht dazwischen: Trennvlies aus dem Gartenbau, feines Gewebe, zugeschnittenes Fliegengitter oder eine ein Zentimeter dicke Lage Sphagnum. Sie lässt Wasser durch, Erde nicht.
Die vollständige Reihenfolge der Schichten und ihre Stärken stehen in Die Schichten eines Terrariums.
Welche Stärke
Zwei bis drei Zentimeter bei einem Gefäß von 20 bis 25 cm Durchmesser. Etwas mehr bei großem Volumen, etwas weniger bei einem kleinen Glas — aber nie unter anderthalb Zentimeter, sonst erfüllt die Schicht ihre Aufgabe nicht mehr.
Über drei oder vier Zentimeter hinaus nehmen Sie dem Substrat Platz weg, ohne mehr Sicherheit zu gewinnen, und der Wurzelraum schrumpft entsprechend.
Und die Kohle?
Sie kommt über die Drainageschicht, in dünner Lage, und ersetzt sie nicht. Was sie tatsächlich bewirkt und worin sich Aktivkohle und Pflanzenkohle unterscheiden, steht in Kohle im Terrarium.
Kurz gefasst
Großes Gefäß, geschlossenes Terrarium, es soll leicht bleiben → Blähton.
Kleines Gefäß, offenes Terrarium, Sukkulenten, oder die Schicht soll unsichtbar bleiben → Lavagranulat.
Unentschlossen → nehmen Sie, was Sie schon da haben. Der Unterschied zwischen beiden ist real, aber nebensächlich gegenüber Trennschicht und Gießverhalten.
Quellen
Häufige Fragen
Wie dick muss die Drainageschicht sein?
Zwei bis drei Zentimeter bei einem Gefäß von 20 bis 25 cm, etwas mehr bei großem Volumen. Darüber hinaus nimmt sie dem Substrat Platz weg, ohne mehr Sicherheit zu bringen.
Braucht es eine Trennschicht zwischen Drainage und Substrat?
Ja. Ohne sie rutscht das Substrat zwischen die Kugeln und füllt die Drainageschicht auf, die dann nichts mehr bewirkt. Ein Trennvlies, ein feines Gewebe oder eine Lage Sphagnum genügen.
Geht auch Flusskies statt dessen?
Zum Entwässern ja, aber er ist schwer und nicht porös. Für ein geschlossenes Terrarium sind Blähton oder Lavagranulat besser, weil sie etwas Wasser und Luft halten.
Muss man diese Materialien vor dem Einsatz spülen?
Ja, beide. Sie sind staubig: Spülen mit klarem Wasser verhindert, dass der Staub das Substrat trübt und beim ersten Gießen das Glas verschmutzt.




















