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Ratschlag

Insektenhotel aufstellen: wo es wirklich angenommen wird

Ausrichtung, Höhe, Halt, Abstand zu den Blüten, Plätze zum Meiden und der Fall Balkon: Über die Belegung eines Insektenhotels entscheidet der gewählte Platz weit mehr als das gekaufte Modell.

La rédactionVeröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit
Grand hôtel à insectes dans un jardin

Ein Insektenhotel wird nach Süden oder Südosten ausgerichtet, starr an einer Wand, einem Pfosten oder auf eigenen Füßen befestigt, die untersten Fächer etwa 1 m über dem Boden, mit dem Rücken zu den vorherrschenden Winden und geschützt vor Schlagregen. Das wichtigste Kriterium betrifft allerdings nicht die Behausung selbst: Es braucht Blüten in wenigen Metern Entfernung und keinerlei Pestizid ringsum. Ein schönes Hotel mitten auf kurz geschorenem Rasen bleibt leer, wie gut seine Gänge auch gearbeitet sind.

Das wahre Kriterium: was ringsum wächst

Die Hauptbewohnerinnen eines Insektenhotels sind Solitärbienen, die in vorhandenen Hohlräumen nisten: Mauerbienen, Blattschneiderbienen, Löcherbienen. Viele von ihnen sammeln nur in einem kleinen Umkreis um ihr Nest. Ein Weibchen, das eine Brutzelle mit Pollen füllen muss, fliegt Dutzende Male hin und her: Liegt die Tracht fünfzig Meter entfernt, fällt die Wahl nicht auf diesen Platz.

Bevor eine Wand ausgesucht wird, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, was unmittelbar daneben wächst. Ein Beet mit Bienenstauden, ein Kräuterquadrat in Blüte, ein Wiesensaum, ein Efeustock, eine Obstwiese: Das alles ist gute Nachbarschaft. Kurz gemähter Rasen, eine Thujahecke oder eine gepflasterte Terrasse dagegen nicht.

Zwei Ergänzungen machen den Platz deutlich attraktiver:

  • eine Ecke nackter, festgetretener und sonniger Erde, ohne Mulch, wenige Meter von der Behausung entfernt. Rund 70 % der Solitärbienen nisten im Boden und werden die Gänge nie nutzen; ihnen ein Stück offene Erde zu lassen, nützt oft mehr als das Hotel selbst. Der Leitfaden Solitärbienen anlocken beschreibt beide Arten, sie aufzunehmen;
  • etwas feuchte Erde, am Rand einer Wasserstelle oder unter einem Außenhahn: Mauerbienen verschließen damit ihre Brutzellen.

Welche Blüten sich Saison für Saison eignen, steht im Leitfaden welche Pflanzen für Bestäuber.

Ausrichtung, Höhe, Befestigung: die drei Einstellungen

Die Ausrichtung zählt zuerst. Nach Süden oder Südosten bekommen die Eingänge die Morgensonne, die die Insekten aufwärmt und ihnen einen frühen Start erlaubt. Eine Nordfassade bleibt den ganzen Tag kalt, und die Behausung wird fast nie bezogen. Genau nach Westen fällt die Nachmittagssonne darauf, aber auch der vom Wind getragene Regen.

Die Höhe zählt ab den ersten Fächern: mindestens etwa 1 m über dem Boden, mehr, wenn der Untergrund feucht ist oder hohe Gräser die Eingänge verdecken könnten. Direkt am Boden lässt die Feuchtigkeit die Gänge schimmeln. Für kleine Nisthilfen für Solitärbienen gilt dieselbe Regel.

Die Befestigung muss starr sein. Eine an einem Ast aufgehängte Behausung schwingt beim kleinsten Windstoß, und die Weibchen fliegen sie nicht an. Sie wird an die Wand geschraubt, mit Gurten an einem Pfosten fixiert oder auf eigene, in den Boden gesteckte Füße gestellt. Die Eingänge bleiben frei: Kein Halm und kein Blatt darf davor hängen.

Zwei Details vollenden die Einstellung: eine leichte Neigung nach vorn, damit kein Wasser in den Gängen stehen bleibt, und ein Dach oder ein Überstand, der die Eingänge vor Schlagregen schützt.

Gute und schlechte Standorte

StandortUrteilWarum
Südostwand am Gartenhaus, vor einem BlütenbeetSehr gutMorgensonne, starrer Halt, Nahrung in Reichweite
Pfosten mitten in einer BlumenwieseSehr gutTracht direkt daneben, gute Lage bei richtiger Ausrichtung
Nordgiebel am WohnhausZu meidenKeine Morgensonne, den ganzen Tag kalte Eingänge
An einem Ast aufgehängtZu meidenSchwingt, die Weibchen ziehen nicht ein
Direkt auf dem Boden an einer HeckeZu meidenFeuchtigkeit, schimmelnde Gänge, verdeckte Eingänge
Mitten auf kurz gemähtem RasenNutzlosKeine Blüten in der Nähe, die Behausung bleibt leer
Neben einer gespritzten Rose oder einem herbizidbehandelten RandSchädlichInsektizide erreichen die Sammlerinnen und ihre Vorräte

Ein großes Hotel oder mehrere kleine Nisthilfen?

Ein sehr großes Hotel bündelt Hunderte Brutzellen an einer einzigen Stelle. Das ist spektakulär und lehrreich, aber diese Dichte zieht auch Parasiten und Fressfeinde an. Mehrere kleine Nisthilfen, im Garten verteilt, einige Dutzend Meter voneinander entfernt und jede in der Nähe eigener Blüten, bringen oft bessere Ergebnisse.

Das große Modell behält seinen Sinn, wenn der Standort wirklich günstig ist — eine gut ausgerichtete Wand, gesäumt von einem nektarreichen Beet — und wenn ein Beobachtungspunkt für Kinder oder eine Schulklasse gesucht wird.

Eine Nuance zu den Fächern: Sie füllen sich weder im gleichen Tempo noch an der gleichen Stelle. Hohle Stängel und angebohrte Holzblöcke werden oft schon in der ersten oder zweiten Saison besiedelt. Lehmsteine, Schlitzbretter und Rinden beherbergen unauffälligere Gäste — Florfliegen, Marienkäfer, Ohrwürmer —, die vor allem im Herbst und im Winter einziehen und von denen man fast nichts sieht. Ein Fach, das leer wirkt, ist es nicht unbedingt.

Dieses Modell steht auf abnehmbaren Füßen oder wird mit Laschen an die Wand geschraubt, Vorderseite nach Süden oder Südosten, die unteren Fächer etwa 1 m über dem Boden. Seine Gänge von 2 bis 10 mm Durchmesser und 10 bis 15 cm Tiefe entsprechen den Maßen, die für Solitärbienen empfohlen werden; wie diese Maße zustande kommen und wie eine selbst gebaute Nisthilfe entsteht, erklärt der Leitfaden Insektenhotel richtig wählen und aufstellen.

Auf einem Balkon oder einer Terrasse

Das geht, unter zwei Bedingungen: eine Lage nach Süden oder Südosten und Blüten auf dem Balkon selbst. Ein paar große Kästen mit Salbei, Oregano, Thymian, Borretsch oder Lavendel genügen, um die Tracht in Reichweite zu schaffen, die sonst fehlt.

Das Format muss allerdings wechseln. Ein großes Hotel von über 80 cm Höhe ist auf einem Balkon aus dem Maßstab gefallen, lässt sich an einem Geländer kaum fest anbringen und steht im Wind. Eine kleine Nisthilfe für Solitärbienen, an die Wand oder an einen starren Pfosten etwa 1 m über dem Boden geschraubt, passt hier viel besser.

Ihre Hohlräume von 2 bis 10 mm und ihre Gänge von 10 bis 15 cm greifen dieselben Maße auf wie das große Modell, in einer Größe, die an eine Balkonwand passt. Solitärbienen verteidigen kein Volk und stechen sehr selten: Eine Nisthilfe darf neben einem Tisch oder einem Hochbeet hängen, man sollte sich nur nicht vor die Eingänge stellen.

Wann man sie aufstellt, und wann man sie nicht mehr anfasst

Die beste Zeit zum Aufstellen ist das Ende des Winters, vor den ersten Schlüpfterminen. Eine im Februar oder März aufgestellte Nisthilfe hat eine Chance, schon in der ersten Saison bezogen zu werden; im Juni aufgestellt, wartet sie meist auf das nächste Jahr.

Danach gilt eine einfache Regel: Man fasst sie nicht mehr an. Die Larven entwickeln sich monatelang in den verschlossenen Gängen, den Winter eingeschlossen. Die Nisthilfe nicht umsetzen, nicht hereinholen, nicht öffnen. Die einzige sinnvolle Pflege besteht darin, alle zwei bis drei Jahre einen Teil der Stängel oder Holzblöcke nach und nach zu erneuern, nach dem Schlüpfen im Frühjahr, wobei die noch verschlossenen Gänge bleiben, bis ihre Bewohnerinnen heraus sind.

Ein Umzug ist manchmal unvermeidlich, wenn die Nisthilfe zwei oder drei Saisons leer geblieben ist. Dann wartet man das Winterende ab, versetzt sie in einem Stück und prüft zuerst Ausrichtung und Blüten ringsum: Dort liegt fast immer die Ursache. Nisthilfen für Insekten und Bestäuber sind in der Rubrik Insekten zusammengefasst.

Quellen

Häufige Fragen

In welcher Höhe stellt man ein Insektenhotel auf?

Die ersten Fächer sollten mindestens etwa 1 m über dem Boden liegen. Weiter unten lässt die Bodenfeuchte die Gänge schimmeln, und hohe Gräser verdecken die Eingänge. Eine echte Höchstgrenze gibt es nicht, aber eine zu hoch angebrachte Nisthilfe lässt sich schlecht pflegen und schlecht beobachten.

Darf man ein Insektenhotel in einen Baum hängen?

Davon ist abzuraten. Eine aufgehängte Nisthilfe schwingt im Wind, und Solitärbienen fliegen keinen instabilen Gang an. Besser schraubt man sie an den Stamm, fixiert sie mit Gurten an einem daneben eingeschlagenen Pfosten oder stellt sie auf ihren Füßen am Fuß des Baums auf.

Mein Insektenhotel bleibt leer: was tun?

Zuerst gehören Ausrichtung und Blüten auf den Prüfstand, nicht die Nisthilfe selbst. Eine Nordfassade, eine zu tiefe Position, ein Halt, der nachgibt, oder fehlende Trachtpflanzen in wenigen Metern Entfernung erklären die meisten Fehlschläge. Eine Insektizidbehandlung im Garten oder bei einem nahen Nachbarn wirkt genauso.

Muss man das Insektenhotel im Winter hereinholen?

Nein, niemals. Die Larven überwintern in den verschlossenen Gängen und brauchen die Kälte, um ihre Entwicklung abzuschließen. Wer die Nisthilfe in eine Garage oder einen Wintergarten holt, lässt sie zu früh schlüpfen, zu einer Zeit, in der keine Blüte sie ernährt. Sie bleibt draußen, nur vor Schlagregen geschützt.

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